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Geschichte der Raumfahrt

Chronik des Jahres 1990

Die erste Raumfahrtmission im Jahre 1990 begann schon am 9. Januar in der USA. Auf dem Weg zu einer Experimentalplattform, die bereits seid 1984 in einer Erdumlaufbahn schwebt, koppelte die Columbia (STS 32) noch den Kommunikationssatelliten LEASAT 5 ab. Mit einem Greifarm hat man diesen Satelliten fest in der Ladebucht verankert. Dort am Mitteldeck des Shuttle wurden Flüssigkeiten untersucht, Proteinkristalle gezüchtet, Filmaufnahmen mit einer großformatigen IMAX-Kamera gemacht und ein sogenannter Echokardiograph, sowie ein Navigationssystem getestet, welches zur Ermittlung von Längen- und Breitengrad der derzeitigen Position des Shuttle genutzt wurde. Gleichzeitig wurde damit auch das Experiment „AMOS“ getestet. Dazu wurde ein spezieller Reflektor an der Unterseite des Shuttle angebracht und die elektro-optischen Sensoren auf Hawaii kalibriert, um damit das Shuttle zu orten. Die Columbia (STS 32) war besetzt von Daniel Brandenstein, James Wetherbee, Bonnie Dunbar, David Low und Marsha Ivins.

Schon ein Monat später gab es die nächste Raummission. Allerdings diesmal von russischer Seite. Die Sojus TM 9 (Mir 6) wurde mit zwei Mann Besatzung gen Himmel geschickt, um die alte Besatzung der MIR abzulösen. Es wurden anfänglich einige Experimente ausgewechselt und dann wurde schon mit der Arbeit für die sechste Stammbesetzung der MIR begonnen. Es wurde geforscht an Erderkundungen, Materialwissenschaft, Biologie, Astronomie, Medizin und Raumfahrttechnologie. Man produzierte erstmalig kommerziell Einkristalle höchster Reinheit für eine US-amerikanische Elektrofirma, sowie Protein, welches ca. 25 Millionen Rubel einbrachte. Jedoch wurde von der fünften Stammbesetzung auf dem Heimweg ein Defekt an der Temperaturisolierung festgestellt, so das die Kosmonauten am 17. Juli für etwa 7 Stunden aussteigen mussten, um 3 Isolationsbleche wieder zu reparieren. Diese waren ca. 60°-90° aufgebogen. Jedoch gab es dann ein anderes Problem. Die Einstiegluke am QUANT 2-Modul lies sich nicht mehr schließen. Darum musste man über eine Schleuse im Basisblock zurück in das Shuttle gelangen. Am 26. Juli sind die beiden Kosmonauten Anatoli Solowjow und Alexander Balandin wieder ausgestiegen, um die defekte Einstiegsluke zu reparieren. Dies gelang den beiden Kosmonauten der sechsten Stammbesetzung leider nicht. Vorher kontrollieren beide das Andocken des neuen materialwissenschaftlichen Moduls KRISTALL, welches auf den gegenüberliegenden Kopplungsplatz des QUANT 2-Moduls umgesetzt wurde. Mit den Transportraumschiffen PROGRESS M 3 und 4 wurde dann Nachschub angeliefert. Erst im August wurde die Station dann an die nächste Stammbesetzung übergeben.

Als nächstes waren wieder die Amerikaner am Zug. Diese brachten das Shuttle Atlantis (STS 36) in den Orbit. Dort angelangt wurde ein Satellit des Typs „KEYHOLE“, was übersetzt soviel heißt, wie „Schlüsselloch“ ausgesetzt. Das war die sechste Mission eines Space Shuttle, die vom Pentagon geleitet wurde. Zudem wurde auf der Atlantis (STS 36) noch Materialforschung und militärische Aufklärung betrieben, bis die Station Letzt endlich in Edwards wieder landete. An Bord der Atlantis (STS 36) waren John Creighton, John Casper, Richard Mullane, David Hilmers und Pierre Thuot.

Knapp 2 Monate später, am 24. April wurde die Discovery (STS 31) in den Weltraum geschickt. Dort sollte die Crew, bestehend aus Loren Shriver, Charles Bolden, Steven Hawley, Bruce McCandless und Kathryn Sullivan primär das Hubble Space telescope (HST) aussetzen. Es wurde in internationaler Kooperation entwickelt und soll 15 Jahre für astronomische Daten und Bilder ohne störende Einflüsse durch die Erdatmosphäre sorgen. Anfänglich gab es Probleme beim entfalten der Solarzellenflächen, welche aber auch ohne Außenbordarbeiten behoben werden konnten. Dann gab es Probleme mit dem Teleskop, welches sich durch ein falsches Kommando von der Bodenstation in die Grundstellung zurück schaltete. Es wurde abermals aktiviert, hatte dann jedoch erhebliche Orientierungsschwierigkeiten. Dennoch gelang es Letzten Endes das HST erfolgreich in einer ca. 600-Kilometer-Bahn abzusetzen. Erst nach mehreren Testaufnahmen wurde mehrere Monate nach dem Start festgestellt, das der Hauptspiegel, welcher einen Durchmesser von 2,40 Metern hatte falsch geschliffen worden war. Dies wurde jedoch 1993 durch einen Korrekturspiegel ausgeglichen. Weiterhin wurden auf der Discovery Proteinkristalle gezüchtet und besonders reine Kunststoffmembranen entwickelt, welche zur Trennung von Flüssigkeiten bei der Medikamentenherstellung wichtig sind. Die Strahlenbelastung während des Raumfluges wurde mit Hilfe von Teilchen- und elektromagnetischer Strahlung in der Astronautenkabine gemessen. Ebenso wurde weiter am Experiment AMOS gearbeitet.

Am 1. August wurde dann die siebente Stammbesetzung der Raumstation MIR mit der Sojus TM 10 (Mir 7) in den Orbit geschickt, um die Arbeit der Vorgänger fortzuführen. Auch die Luke am Forschungsmodul QUANT 2 wollte man dort beim Besatzungstausch schließen. Dies gelang allerdings nur Teilweise. An Bord der Sojus TM 10 (Mir 7) waren Gennadi Manakow und Gennadi Strekalow. Ein vergrößertes Transportraumschiff PROGRESS M 5 welches über eine Rückkehrkapsel mit einer Nutzlastkapazität von 150 Kg verfügt war eine Neuheit dieses Fluges. Jedoch wurden Versorgungs- und Forschungsmaterialien bereits vorher mit dem PROGRESS M 4 eingeflogen.

Am 15. November startete die Raumfähre Atlantis (STS 38) mit Richard Covey, Frank Culbertson, Robert Springer, Carl Meade und Charles Gemar in Richtung Weltraum. Es war gleichzeitig der siebente Flug der Atlantis und der siebente Flug im Auftrag des Pentagon. Ein Spionagesatellit wurde zur Beobachtung der Golfregion zwischendurch ausgesetzt und es wurden militärische Forschungsarbeiten ausgeführt. Auf Grund von heftigen Seitenwinden am vorhergesehenen Landeort Edwards, sollte die Landung auf einen Tag verschoben werden. Allerdings besserte sich auch da das Wetter nicht, so das man auf das Kennedy Spare Center (KSC) zurückgriff. Die Landung gelang dann wie auch schon sechs mal zuvor in Cape Canaveral.

Am 2. Dezember 1990 wurde dann das letzte Shuttle der Amerikaner, sowie auch das der Russen in das Weltall gesendet. Die Russen hatten auf ihrer Sojus TM 11 (Mir 8) den ersten zahlenden Passagier Tojehiro Akiyama an Bord. Der japanische Journalist wurde von seinem Fernsehsender TBS ins All geschickt, um die Einschaltquoten des Senders in die Höhe zu treiben. Dies war eine durchaus sehenswerte Einnahme für die Raumfahrtorganisation GLAVKOSMOS. Viktor Afanasjew und Mussa Manarow lösten derweil die Stammbesetzung ab. Die Russische Raumstation sollte umfangreich umgebaut werden. Es wurden im Inneren elektrische Leitungen verlegt, damit in jedem Modul die gesamte elektrische Leistung der Solarzellenflächen genutzt werden konnte. Jedoch wurden auch am Außendeck Arbeiten vorgenommen. So gelang es zum Beispiel am 7. Januar die Ausstiegsluke am Modul QUANT 1 zu reparieren. Man montierte dann am 23. Januar eine Gitterstruktur zur Befestigung von Sollarzellenpaneelen und am 26. Januar ein Kran zum umsetzen von Solarzellenträgern. Wissenschaftliche Arbeiten gab es in Bereichen wie Erderkundung, Medizin, Biologie und Materialforschung. Der Nachschub wurde mit PROGRESS M 6 und 7, zwei Transportraumschiffen an Bord transportiert.

Die Amerikaner, welche ebenfalls am 2. Dezember die Columbia (STS 35) ins Weltall schickten, untersuchten mit 4 Teleskopen zahlreiche Objekte. Die Hauptteleskope waren auf 2 sogegannten Spacelab-Paletten untergebracht. Mit den untersuchte man mit Hilfe von Röntgen- und Ultraviolettstrahlen die Objekte. Es lief alles ausgezeichnet. Die Teams lösten sich im 12-Stunden-Takt ab und richteten die Instrumente immer wieder auf neue Untersuchungsobjekte. Bis am 4. Tag jedoch das IPS ausfiel, was die Besatzung recht ratlos machte. Jedoch wurde ein Notfall-Plan von der NASA erstellt und die Beobachtung von Untersuchungsobjekten wurden mit drei bodengestützten Tracking-Stationen fortgeführt. Allerdings nur noch mit eingeschränkten Funktionen. Weiterhin wurde das Experiment AMOS weiter erforscht und es wurde auch am Amateurfunk (Experiment SAREX) gearbeitet. Als es dann Probleme mit einem verstopftem Wasserrohr gab, wurde die Mission einen Tag früher als geplant beendet. Für diese frühzeitige Landung sorgte aber auch das Wetter, was sich über Kalifornien verschlechterte. Ein Navigationstest, sowie einige Belastungstests wurden beim Wiedereintritt noch durchgeführt, bis letztendlich die Columbia auf der Edwards Air Force Base landete.

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